35.000 Euro pro Stellplatz

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Iris Förster

Wie wollen wir leben? In der Oppenländerstraße wird ein neues Wohnquartier entwickelt. Mehr als 240 Wohnungen werden dort entstehen. Das Gebiet wird großzügig begrünt sein und über ein durchdachtes Regenwasserkonzept verfügen. Im zuständigen Ausschuss und im Gemeinderat gibt es nun vehemente Diskussionen über die Anzahl der Stellplätze. Die Verwaltung schlägt vor, mit 0,8 Stellplätzen pro Wohneinheit zu planen, das finden wir richtig.

Andere wollen lieber einen Stellplatz pro Wohnung. Der Investor, der das Gelände von der Diakonie Stetten erworben hat, kann ein überzeugendes Mobilitätskonzept vorlegen, das auf mehreren Säulen fußt: Bahnhof und Bushaltestelle liegen in unmittelbarer Nähe des zentrumnahen Wohngebiets, Car-Sharing gibt’s direkt in der Tiefgarage, Lastenräder werden verliehen und viel Stellfläche für Fahrräder und Lastenräder machen die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel bequem.Der Bau von unterirdischen Stellplätzen ist teuer. Man rechnet mit bis zu 35.000 Euro pro Stellplatz. Wenn diese Summe zum Preis für die Wohnung hinzukommt, wird wohnen nochmal teurer als es sowieso schon ist. Wir alle sind doch ausdrücklich angetreten, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. So wird das nichts! Wir reden über 50 Stellplätze mehr, wenn der Schlüssel von 0,8 auf 1,0 erhöht wird. Diese 50 Stellplätze machen einen deutlichen Unterschied bei der Größe der unterirdischen Tiefgarage. Und je größer die Tiefgaragen ausfallen, desto weniger Raum bleibt für tiefwurzelnde Bäume auf dem Gelände. Denn Bäume brauchen Platz, um gesunde und kräftige Wurzeln auszubilden. Wer unterirdisch mehr baut, schränkt also zugleich die Möglichkeiten für eine nachhaltige Begrünung ein. Es gibt demnach mehrere gewichtige Gründe für einen reduzierten Stellplatzschlüssel: die günstige Verkehrslage, ein überzeugendes Grünkonzept und der dringende Wunsch, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Iris Förster (Stadträtin Waiblingen)