Dieser Hitzesommer hat uns erneut gezeigt, wie wichtig es ist, unsere Stadt auf den Klimawandel vorzubereiten. Wo Asphalt und Beton die Wärme speichern, kann es in dicht bebauten Stadtbereichen deutlich heißer werden als im Umland – die Temperaturdifferenz kann bis zu zehn Grad betragen. Gleichzeitig kann Regen auf versiegelten Flächen kaum versickern. Rund 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland sind inzwischen versiegelt. Entsiegelung ist deshalb kein Nebenthema, sondern konkrete Klimaanpassung. Waiblingen hat dafür wichtige Chancen: Mit der anstehenden Umgestaltung des Eva Mayr-Stihl Platzes an der Rems und dem Umbau des Alten Postplatzes stehen zwei große Projekte an. Wir sollten sie konsequent nutzen, um Asphalt und Beton zurückzunehmen, mehr Grün und Schatten zu schaffen und Regenwasser vor Ort zu halten.Dabei geht es um mehr als Klimaschutz. Wo graue Flächen zu grünen, schattigen und attraktiven Orten werden, entsteht Raum für Begegnung. Menschen bleiben länger, Kinder spielen, Nachbarn kommen ins Gespräch. Grün macht unsere Stadt nicht nur kühler, sondern auch lebendiger.
Deshalb muss künftig für jedes neue Vorhaben gelten: Entsiegelung von Anfang an mitdenken. Wo immer möglich, sollten Flächen entsiegelt, Bäume gepflanzt, Grünstrukturen geschaffen und Regenwasser gespeichert werden. Was heute geplant und gebaut wird, prägt Waiblingen für Jahrzehnten.
Das schaffen wir nicht allein im Gemeinderat. Deshalb laden wir Sie ein, sich einzubringen – in Beteiligungsverfahren, bei den Beratungen der Ausschüsse, in unseren öffentlichen Fraktionssitzungen und im direkten Gespräch. Bringen Sie Ihre Ideen, Wünsche und konkrete Forderungen ein.
Grün statt Grau: Das ist mehr als eine schöne Metapher. Es ist ein konkreter Beitrag für eine klimaresiliente, lebenswerte und soziale Stadt. Packen wir es gemeinsam an.
Wolfgang Wiedenhöfer (Stadtrat Waiblingen)