Neue Quartiere entstehen, bestehende Orte werden weiterentwickelt. Das Oppenländer-Areal, das Baufeld Rechbergstraße in Hohenacker, die Neubebauung am Stadtgraben, die Umgestaltung bei der Galerie Stihl an der Rems oder am Alten Postplatz – sie alle stehen für eine Stadt im Wandel.
Doch dies alles findet nicht im leeren Raum statt. Der Klimawandel setzt uns und die Natur schon heute unter Druck: mehr Hitze, längere Trockenphasen, häufigere Starkregen. Gerade in dicht bebauten Quartieren spüren wir die Folgen unmittelbar. Mit jedem Bauprojekt stellt sich deshalb die zentrale Frage: Wie gelingt es uns, Wachstum, Klimawandel und Biodiversität zusammenzudenken?
Ein Beispiel: die Mauersegler-Kolonie auf dem Oppenländer-Areal. Diese Tiere sind standorttreu. Wenn wir ihren Lebensraum verändern, brauchen wir Lösungen, die für sie auch langfristig vor Ort funktionieren.
Klar ist: Natur in der Stadt ist kein Zusatz, sondern Teil der Lösung. Begrünte Dächer und Fassaden sowie entsiegelte Flächen helfen, Hitze zu mindern, Wasser zurückzuhalten und Lebensqualität zu sichern. „Urban Green“ – mehr Grün im Stadtraum – und „Animal aided Design“ – Lebensräume für Tiere von Anfang an mitdenken – müssen zum Standard werden. Biodiversität und Klimaanpassung gehören von Anfang an in jede Planung – als Prinzip, nicht als nachträglicher Ausgleich.
Der Klimawandel trifft Städte besonders hart, und auch das Bauen verbraucht enorme Ressourcen. Wir können die physikalischen Realitäten nicht ändern – aber klug mit ihnen arbeiten.
Das schaffen wir nicht allein im Gremium. Deshalb laden wir Sie ein, sich einzubringen – in öffentlichen Ausschüssen, im Kontakt mit den Fraktionen und im direkten Gespräch. Mit Ihren Ideen, Erwartungen und Forderungen. Eine klimaresiliente Stadt entsteht nicht von oben, sondern durch gemeinsames Handeln. Nutzen wir diese Chance für Waiblingen – entschlossen und gemeinsam.
Wolfgang Wiedenhöfer (Stadtrat Waiblingen)