Windenergie auf dem Kleinheppacher Kopf

Am Samstag, den 30.04.2022 wanderten 26 Mitglieder von Waiblingen Klimaneutral, Klimabündnis Weinstadt, BürgerEnergie Schwaikheim eG, Gemeinderäte der grünen Fraktionen aus Waiblingen und Korb auf den Kleinheppacher Kopf, um dort symbolisch ein Windrad zu errichten. Der Ausbau von heimischer Windkraft in Baden-Württemberg ist angesichts des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine überfällig. Der Forderung der Landesregierung, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes, sondern auch mit Blick auf unsere Versorgungssicherheit das Gebot der Stunde ist, müssen jetzt auch Taten folgen.

Symbolische Errichtung eines Windkraftwerks auf dem Kleinheppacher Kopf
Symbolische Errichtung eines Windkraftwerks auf dem Kleinheppacher Kopf, Rems-Murr-Kreis

Ulrich Dilger, Mitglied des Regionalparlamentes Verband Region Stuttgart forderte:

Die angekündigte Planungsoffensive des Landes und der Regionalverbände, inklusive der Teilfortschreibung des Regionalplans der Region Stuttgart, muss jetzt zügig angegangen werden. Zudem erhoffe ich mir vom Land eine rasche Umsetzung der angekündigten Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Iris Förster von der Gemeinderatsfraktion GRÜNT kündigt einen entsprechenden Antrag an, der nächste Woche in den Waiblinger Gemeinderat eingebracht wird:

Die Stadt Waiblingen muss die notwendigen Untersuchungen zur Errichtung einer Windkraftanlage auf der Buocher Höhe sofort wieder aufnehmen

Die Prüfung des Baus von Windrädern rückte bereits 2013 in greifbare Nähe. Das Gebiet, auf dem das symbolisches Windrad errichtet wurde, ist als sogenanntes Vorranggebiet ausgewiesen. Die Stadt Waiblingen beabsichtigte hier bereits 2011 in ihrem Waldgebiet, die Errichtung von Windkraftanlagen prüfen zu lassen. Leider kam es nicht mehr zu der Errichtung eines Messturmes, da der Bau von Windrädern dort ein Drehfeuer für die Flugsicherung hätte stören können. Dieser Grund entfällt in diesem Jahr, da das Drehfeuer digitalisiert wird.

Tilmann Wied Geschäftsführer in einem international tätigen Bauunternehmen, welches die Infrastruktur und technischen Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energien errichtet, erläutert die technischen Fortschritte des Windanlagenbaues seit 2013. Nicht nur die Energiegewinnung auch an Standorten mit geringerem Windpotential konnte erheblich gesteigert werden. Auch die Verträglichkeit mit Natur- und Tierschutzbelangen hat erhebliche Fortschritte gemacht. Zuletzt wurde ein Windradtyp zugelassen, der den Anflug von Milanen mit Hilfe eines Kamerasystems erkennen kann und sich abschaltet. Gleiches gilt schon in erprobter Weise für Fledermäuse.

Die Windräder sind in den letzten 10 Jahren erheblich leiser geworden.

Die Teilnehmer konnten sich am Großheppacher Kopf selbst davon überzeugen, dass die Geräuschentwicklung der Fahrzeuge auf der B29 und der B14 um ein Vielfaches höher ist als die Geräuschentwicklung der Windräder auf dem Goldboden, wenn man dort auf der gegenüberliegenden Remstalhöhe steht.

Dr. Jochen Kögel, Vorstand der BürgerEnergie Schwaikheim e.G., stellt die Arbeit seiner Genossenschaft vor.

Unsere gemeinsame Vision ist, dass Bürger ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen. Diese Energieversorgung besteht zu 100% aus erneuerbaren Energien. Die Bürger versorgen sich selbst mit Energie aus Bürgeranlagen vor Ort – umweltfreundlich, sicher und unabhängig.

Die Mitglieder oder Bürger*innen aus der Umgebung können “echten” Grünstrom und Ökogas zum wettbewerbsfähigen Tarif über die BürgerEnergie Schwaikheim eG beziehen. Ermöglicht wird dies durch die Mitgliedschaft bei den Bürgerwerken eG in Heidelberg, einer Dachgenossenschaft mit mittlerweile schon deutlich über 90 Energiegenossenschaften mit über 15.000 Mitgliedern.

Die BürgerEnergie Schwaikheim hat sich bereits an einem Windradprojekt auf der Schwäbischen Alb beteiligt und betreibt Solaranlagen in Schwaikheim, Korb und plant gerade neue Projekte mit Waiblingen Klimaneutral.

Die Genossenschaft hat bereits 250 Mitglieder und viele ehrenamtliche Unterstützer.

Eine Mitgliedschaft mit einem Anteil ist jederzeit möglich. Weitere Anteile können gezeichnet werden, ein Abruf erfolgt aber erst bei Bedarf für Projekte, da man keine Bank sein will.

Am liebsten sind den Teilnehmer*innen diese genossenschaftlichen Investoren, an denen sich die Bürger*innen beteiligen können und die helfen können, die immens steigenden Energiekosten für Haushalte zu senken oder zumindest zu begrenzen.

Dr. Joachim Rieß, Vorstand des OV Waiblingen-Korb BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

In den Gemeinden im vorderen Remstal gibt es bereits viel Potential, das wir jetzt zusammenbringen wollen.